Wildtyp und andere Typen bei GIST

Eine GIST-Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn vorher eine histologische Begutachtung des Tumorgewebes durch einen Pathologen erfolgt ist und eine Mutation festgestellt wurde oder nicht.

Bei Gen-Mutationen im Kit-Gen (kodiert für den c-Kit-Rezeptor) im Exon 9 oder Exon 11 Abschnitt hat sich Imatinib (bis 2021 Glivec vom Hersteller Novartis) als sehr erfolgreich bewährt, wobei bei Vorliegen einer Mutation im Abschnitt Exon 11 mit 400 mg /tgl. und bei einer Mutation im Exon 9 mit 800 mg/tgl. begonnen wird.

Bei Gen-Mutationen im PDGF-Rezeptor Gen gibt es Fälle, wo Imatinib nicht wirkt und andere Fälle, wo eine Wirkung nachweisbar ist. Hier wird der Onkologe entscheiden, wie vorgegangen werden soll.

Wir keine Mutation festgestellt, spricht man von Wildtyp. Das bedeutet, dass die untersuchten Gene keine Mutation aufweisen und dem Stand der Evolution entsprechen. Oftmals wird auch hier eine Therapie mit dem Wirkstoff Imatinib begonnen und verfolgt, ob dabei eine Verkleinerung der Tumorherde erfolgt. In Zukunft wll man das Genom des Patienten genauer untersuchen, um zu prüfen, ob in einem anderen Gen eine Mutation vorliegt, die den GIST ausgelöst haben könnte.

Die Mutationen im Kit-Gen sind im Bereich des Exon 11 sehr verschieden, während im Exon 9 und 13 immer die gleichen gefunden werden (PD Dr. med. Eva Wardelmann, Institut für Pathologie, Bonn).
Im Exon 9 findet man immer eine Wiederholung von 6 Basenpaaren durch Insertion (Einfügung), sodass die Aminosäuren Alanin und Tyrosin als Codon 500 und 501 und noch mal als Codon 502 und 503 in der Kette der Aminosäuren vorhanden sind.
Im Exon 11 treten Deletionen (fehlende Nukleinbasenpaare) mit einer Länge zwischen 3 und 63 auf. Es fehlen daher eine oder bis zu 21 Aminosäuren im Kit-Gen. Außerdem kommt es im Exon 11 zu Punktmutationen und auch Insertionen. Letztendlich findet man auch sehr komplexe gemischte Mutationsformen vor.
Im Exon 13 findet man immer wieder eine Punktmutation im Codon 642. Dort findet ein Aminosäuretausch von Lysin nach Glutaminsäure statt.
Die Angaben über Mutationen des Kit-Gens bei GIST schwanken zwischen 80 und 90%. Daneben wird in ca. 5 bis 10% der GIST eine Mutation im PDGF-Rezeptor α-Gen gefunden. Dort befinden sich die Mutationen in den Exons 12, 14 und 18, die den Kit-Exons 11, 13 und 17 entsprechen.